Gedanken
Und dann war da…
… der Obdachlose auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, der eine weggeworfene und kalt gewordene Chinapfanne aß. Ein benachbarter Würstchenstand sah dies und spendierte ihm eine Bratwurst. Diese steckte er in seine mitgebrachte Tragetasche, um sie für spätere Zwecke zu konservieren und erfreute sich weiterhin am Genuß des bisherigen Essens. Man lernt den Luxus erst dann kennen, der einem täglich umgibt, wenn man ihn nicht mehr besitzt.
Ressourcen-Resterampe
Ist es eigentlich wirklich im Sinne des vernünftigen Umgangs mit Ressourcen, wenn man x Jahre kostenlosen Strom oder x Jahre kostenlos tanken vergewinnspielt?
Die Welt wäre ein klein wenig besser, wenn…
…es endlich Geldautomaten gäbe, in denen man seine Geldkarte beliebig einführen kann oder sich zumindest an ein einheitliches Einfuhrmuster gehalten werden würde.
Die Telefonwerbeaktivisten waren auch schon mal netter!
Es schellt das Telefon.
»Hallo, hier ist Herr X im Auftrag von Arcor. Darf ich Ihnen das brandneue Tarifsystem von Arcor vorstellen?«
»Nein. Ich bin mit meinem Anschluss zufrieden.«
»Wieviel bezahlen Sie denn im Monat an Telefongebühren?«
»Nichts, da ich eine Flatrate besitze.«
»Und wieviel bezahlen Sie da im Monat an Gebühren?«
»Gehen Sie doch dazu auf versatel.de und schauen Sie nach – ich bin nicht interessiert an einem Vertrag mit Arcor.«
Sprach′s und vernahm ein tut-tut-tut-tut am anderen Ende der Leitung.
Und sagt noch nicht mal Tschüß…
Zoomer-Reporter mittendrin
Es mag schon grotesk anmuten, wenn Zoomer-Redakteure eine abscheuliche Straftat miterleben müssen, wie sie gestern in einem Bus der Berliner Verkehrsbetriebe geschehen ist. Doch müssen diese auch noch ihre – durchaus schrecklichen – Erlebnisse darniederschreiben und sich im Sinne der Zivilcourage von jeglicher Schuld freisprechen, indem sie die »110 wählten«?
Was Katrin Bölstler, der anonymen Claudia B. (ein Schelm, wer Böses dabei denkt) und den restlichen Insassen samt Fahrer geschehen ist, wünscht man nicht dem ärgstem Feind. Es hätte allerdings nur noch die BILD-Leserreporter-MMS gefehlt um diesem Artikel, welcher derzeit auf zoomer propagiert wird, das nötige Quentchen Sensationsgeilheit zu verleihen. Daraus auch eine Story zu stricken, die die Zivilcourage der Menschen in Frage stellt, vermag einem Außenstehenden wie der schmale Grat zwischen objektiven Journalismus und subjektiven Erlebnissen in ein Tagebuch schreiben vorkommen. Und ob diese These so subtil in einem Nachrichtenportal etwas zu suchen hat, wage ich zu bezweifeln.












