Zoomer-Reporter mittendrin
Es mag schon grotesk anmuten, wenn Zoomer-Redakteure eine abscheuliche Straftat miterleben müssen, wie sie gestern in einem Bus der Berliner Verkehrsbetriebe geschehen ist. Doch müssen diese auch noch ihre – durchaus schrecklichen – Erlebnisse darniederschreiben und sich im Sinne der Zivilcourage von jeglicher Schuld freisprechen, indem sie die »110 wählten«?
Was Katrin Bölstler, der anonymen Claudia B. (ein Schelm, wer Böses dabei denkt) und den restlichen Insassen samt Fahrer geschehen ist, wünscht man nicht dem ärgstem Feind. Es hätte allerdings nur noch die BILD-Leserreporter-MMS gefehlt um diesem Artikel, welcher derzeit auf zoomer propagiert wird, das nötige Quentchen Sensationsgeilheit zu verleihen. Daraus auch eine Story zu stricken, die die Zivilcourage der Menschen in Frage stellt, vermag einem Außenstehenden wie der schmale Grat zwischen objektiven Journalismus und subjektiven Erlebnissen in ein Tagebuch schreiben vorkommen. Und ob diese These so subtil in einem Nachrichtenportal etwas zu suchen hat, wage ich zu bezweifeln.













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